Nach Festlegung der Federdimensionen muss der Festigkeitsnachweis geführt werden. Dazu wird die vorhandene Schubspannung ermittelt.

 

Schubspannung für Druckfedern

Schubspannung Druckfeder aus Kraft:  \tau=\frac{8DF}{\pi d^{3}}

Schubspannung Druckfeder aus Weg:  \tau=\frac{Gds}{\pi nD^{2}}

Während die Schubspannung τ für die Auslegung statisch oder quasistatisch beanspruchter Federn heranzuziehen ist, gilt die korrigierte Schubspannung τ k  für dynamisch beanspruchte Federn. Die Schubspannungsverteilung im Drahtquerschnitt einer Feder ist ungleichmäßig, die höchste Spannung tritt am Federinnendurchmesser auf. Mit dem Spannungskorrekturfaktor k, der vom Wickelverhältnis (Verhältnis von mittlerem Durchmesser zur Drahtstärke) der Feder abhängt kann die höchste Spannung annähernd ermittelt werden. Für dynamisch beanspruchte Federn ergibt sich also:

Korrigierte Schubspannung Druckfeder:  \tau_{{\kappa}}=\kappa\cdot\tau

wobei für k gilt (nach Bergsträsser):  \kappa=\frac{\frac{D}{d}+0,5}{\frac{D}{d}-0,75}

Nun erfolgt der Vergleich mit der zulässigen Spannung. Diese ist wie folgt definiert:

Zulässige Spannung Druckfeder:  \tau_{{zul}}=0,5\cdot R_{{m}} bzw. \tau_{{czul}}=0,56\cdot R_{{m}}

Die Werte für die Mindestzugfestigkeit Rm sind von der Drahtstärke abhängig und in den Normen der entsprechenden Werkstoffe zu finden.

In der Regel müssen sich Druckfedern bis zur Blocklänge zusammendrücken lassen, deshalb ist die zulässige Spannung bei Blocklänge tczul zu berücksichtigen.

Bei dynamischer Beanspruchung müssen Unter- und Oberspannung (tk1 und tk2) des entsprechenden Hubes ermittelt werden. Die Differenz ist die Hubspannung. Sowohl die Oberspannung als auch die Hubspannung dürfen die entsprechenden zulässigen Werte nicht überschreiten. Diese sind den Dauerfestigkeitsschaubildern der EN 13906-1:2002 zu entnehmen. Halten die Spannungen diesem Vergleich stand, ist die Feder dauerfest bei einer Grenzlastspielzahl von 107.

 

Schubspannung für Zugfedern

Wie auch bei Druckfederberechnungen ist die vorhandene Schubspannung zu ermitteln.

Schubspannung:  \tau=\frac{8DF}{\pi d^{3}}

Ebenso muss für dynamische Beanspruchung die korrigierte Hubspannung berechnet werden (siehe Kapitel 1.4.2.2).

Korrigierte Schubspannung:  \tau_{{\kappa}}=\kappa\cdot\tau

Zulässige Spannung:  \tau_{{zul}}=0,45 \cdot R_{{m}}

Die vorhandene maximale Spannung tn beim größten Federweg sn wird der zulässigen Spannung gleichgesetzt. Um jedoch Relaxation zu vermeiden, sollte in der Praxis nur 80 % dieses Federweges ausgenutzt werden.

s_{{2}}=0,8 \cdot s_{{n}}

Für dynamische Beanspruchungen können keine allgemeingültigen Dauerfestigkeitswerte angegeben werden, da an den Biegestellen der Ösen zusätzliche Spannungen auftreten können, die zum Teil über die zulässigen Spannungen hinausgehen können. Zugfedern sollten daher möglichst nur statisch beansprucht werden. Wenn sich dynamische Beanspruchung nicht vermeiden lässt, sollte man auf angebogene Ösen verzichten und eingerollte bzw. eingeschraubte Endstücke einsetzen. Sinnvoll ist ein Lebensdauertest unter späteren Einsatzbedingungen. Eine Oberflächenverfestigung durch Kugelstrahlen ist wegen der eng aneinander liegenden Windungen nicht durchführbar.

Formelzeichenerklärung:
d = Drahtdurchmesser (mm)
D = Mittlerer Windungsdurchmesser (mm)
F = Federkraft (N)
G = Schubmodul (N/mm²)
n = Anzahl fedender Windungen (Stück)
Rm = Mindeszugfestigkeit (N/mm²)
s = Federweg (mm)
τ = Schubspannung (N/mm²)
τzul = Zulässige Schubspannung (N/mm²)
τczul = Zulässige Schubspannung bei Blocklänge (N/mm²)

 
Weitere Informationen:

 

Schubspannung berechnen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.